Besser leben ohne Plastik: mehr als ein guter Vorsatz

Besser Leben ohne Plastik: mehr als ein guter Vorsatz

Auf dem Winter-Meeting von Assure Consulting durften wir dieses Mal eine ganz besondere Key Note Speakerin begrüßen: Nadine Schubert! Nadine ist Bloggerin und beschäftigt sich unter dem Motto „Besser leben ohne Plastik“ mit Möglichkeiten zur Plastikvermeidung und einem nachhaltigen Lebensstil. Wir haben Ihr im nachfolgenden Interview unter anderem die Frage gestellt, wie sich das Thema Plastikvermeidung auf ihren Alltag auswirkt und ob es auch gutes Plastik gibt.

Nadine, magst du dich und deine Initiative einmal unseren Leserinnen und Lesern vorstellen?

Ich bin Nadine Schubert, 39 und lebe in Franken, im Norden Bayerns. Ich bin eine ganz normale Mama, mit zwei ganz normalen Kindern und deren ganz normalem Papa. Damit will ich sagen: Wir leben nicht auf einem Aussiedlerhof, sind keine Selbstversorger oder Aussteiger.
Wir leben so, wie es viele tun. In einem Einfamilienhaus mit allen Annehmlichkeiten, mit zwei Katzen und zwei Autos (auf dem Land notwendig) – aber eben OHNE Plastik!
Eigentlich bin ich Journalistin, früher habe ich zwölf Jahre lang als Radiomoderatorin gearbeitet (damals als Nadine Leuchter). 2016 erschien das Buch „Besser leben ohne Plastik“, das ich zusammen mit Anneliese Bunk geschrieben habe. Heute bin ich freiberufliche Autorin, halte Vorträge und gebe Workshops. Alles dreht sich um die Plastikvermeidung. 

Frau in Küche beschreibt Kreidetafel mit plastikfrei Tipps

Was hat dich dazu bewegt, auf Plastik zu verzichten bzw. Plastik zu vermeiden?

Ein Fernsehbericht über Plastikmüll und Weichmacher hat mich im Jahr 2013 dermaßen schockiert, dass ich sofort beschloss: Im Hause Schubert wird´s kein Plastik mehr geben!
Ich habe viel zu der Gefahr von Bisphenolen und Weichmachern in Verpackungen recherchiert und verstanden, dass ich meine Familie mit Plastik füttere, wenn ich in Kunststoff verpackte Lebensmittel kaufe. Das wollte ich nicht mehr. Außerdem wollte ich nicht dafür verantwortlich sein, dass Tiere sterben, weil sie von mir verwendetes Plastik gefressen haben. 

 

Welche deiner (Lebens-)Bereiche betrifft das Thema?

Eigentlich alle! In der Küche fing es an. Dann habe ich mich ans Bad herangewagt. Heute gibt es nur noch Kunststoffe, die lange verwendet werden, wie Lego, Staubsauger usw. Irgendwann zieht sich das Thema Nachhaltigkeit durch alle Lebensbereiche: Reisen, Kleidung, Konsum. Und ich gebe überall, was ich kann.

© Lea Schreiber

Loses Obst und Gemüse auf Küchentisch

Warum war es für dich am leichtesten, mit der Umstellung in der Küche zu beginnen?

Weil man Lebensmittelvorräte schneller aufbraucht als Shampoo und Duschgel. Ich habe nur noch Lebensmittel gekauft, die ich anders als in Plastik verpackt bekommen habe. Mit Glas statt Tetrapak und den Dosen an der Wurst- und Käsetheke. Das hat dazu geführt, dass wir viel mehr Papier- und Glasmüll hatten. Auch nicht gut, aber heute habe ich es im Griff. 

 

Wie motivierst du dich für dein Vorhaben, trotz der teilweise nur geringen Fortschritte in einigen Bereichen (bspw. Lebensmittelverschwendung in Supermärkten, hoher Konsum von Plastik im Ausland)?

Meine Motivation ist mein Tun. Ich schaue nicht nach anderen, sondern zeige, wie ich es mache. Wir selbst verschwenden keine Lebensmittel und ich zeige den Menschen, wie sie Lebensmittelmüll vermeiden. Für mich ist das Leben ohne Plastik kein Verzicht, sondern ein Verweigern von allem, das ich für schlecht oder überflüssig halte.

Welche praktischen Tipps zur Vermeidung von Plastik kannst du uns für unseren anspruchsvollen Alltag als BeraterInnen mit auf dem Weg geben?

Für BeraterInnen ist es schwieriger. Ich habe mich  mit einigen eurer Mitarbeiter während des Winter-Meetings unterhalten. Wer sehr viel unterwegs ist und im Hotel übernachtet, hat es nicht so leicht. Ich reise selbst viel, bin aber höchstens zwei Tage am Stück weg. Dann geht es. Wenn ich reise, habe ich immer meine Trinkflasche zum Auffüllen, eine Dose, Besteck und einen Brotzeitbeutel dabei. So kann ich auch mal was „to go“ holen, ohne dafür Wegwerfbehälter verwenden zu müssen.

 

Gibt es auch „gutes“ Plastik?

Für mich schon. Alles, was man lange benutzt. Meine Kinder spielen mit Lego, mein Staubsauger ist aus Kunststoff. Wir haben Strom, Internet und Telefon. Nicht alles geht ohne Plastik. Das ist aber okay.

Nadine, vielen Dank für das Interview.

Wo können wir dich finden?

Auf meinem Blog, auf Instagram (@besserlebenohneplastik) und auf vielen deutschen Bühnen. Ich bin an etwa 100 Tagen im Jahr unterwegs, um den Leuten von meinem schönen Leben ohne Plastik zu erzählen.