Diversity Management – Warum spielt personelle Vielfalt in Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle?

Diversity Management

Was haben die sogenannte Frauenquote, barrierefreie Büros und Gebetsräume gemeinsam? Sie alle sind Teil der Personalstrategie „Diversity Management“. Doch was genau meint der Begriff „Diversity“ und welche Rolle spielt er im unternehmerischen Kontext?

Der Begriff Diversity findet seinen Ursprung in der Soziologie und bedeutet Verschiedenheit, Vielfältigkeit oder Unterschiedlichkeit. In erster Linie dient es der Unterscheidung, Anerkennung und Wertschätzung von Gruppen- und individuellen Merkmalen. Spricht man von Diversity, bezieht sich dies meistens auf die folgenden sechs Kerndimensionen:

  • Alter
  • Ethnie
  • Geschlecht
  • Sexualität
  • Behinderung und
  • Religion/Weltanschauung.

Der Ansatz lässt sich um weitere Dimensionen wie die sozioökonomische Lage, die individuelle Ausbildung oder das Freizeitverhalten erweitern (vgl. Modell „4 layers of diversity“).

Und sogleich drängt sich die Frage auf, inwiefern dieses gesellschaftspolitische Konzept auch für Unternehmen in Form von „Diversity Management“ interessant sein könnte? Diversity Management kann als Strategieansatz verwendet werden, mit dem Ziel, die personelle und soziale Vielfalt der Mitarbeiter durch spezifische Maßnahmen konstruktiv und zum Vorteil des Unternehmens zugänglich und nutzbar zu machen. Durch die Verknüpfung gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Aspekte kann der Unternehmenserfolg auf diese Weise nachhaltig gesteigert werden (vgl. z.B. Studie „Diversity in Deutschland“). Diversity Management als strategisch implementierter Ansatz ist dem Personalwesen zuzuordnen – oft als eigene Unterabteilung oder auch als Stabsstelle.

Wie kann man sich das Ganze in der Praxis vorstellen?

Beispielmaßnahmen im Kontext Diversity Management sind die Förderung von spezifischen Personengruppen zur besseren Sichtbarkeit im Unternehmen (z.B. Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund), interkulturelle Trainings, die Steigerung der Work-Life-Balance durch Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten, das Einrichten von Gebetsräumen für spezifische Religionsgruppen, die Sicherstellung von barrierefreien Zugängen in Büroräumlichkeiten oder die Gründung von LGBTQI-Netzwerken.

Wieso ist das überhaupt interessant für Unternehmen?

Die Motivation für Unternehmen, sich zu Vielfalt zu bekennen und sie zu fördern sowie konkrete Maßnahmen umzusetzen, lässt sich in vier wesentlichen Punkten zusammenfassen:

Innovation & Anpassungsfähigkeit

Die Summe der individuellen Kompetenzen und Eigenschaften der Mitarbeiter führt aufgrund der Heterogenität zu mehr Innovation und zu einer besseren bzw. schnelleren Anpassung an sich stetig ändernde Marktbedingungen, z.B. durch unterschiedliche Sprachkenntnisse in der Belegschaft. Homogene Gruppen können nur bedingt auf die Wettbewerbsdynamik, die Expansion in neue Märkte und Kundenanforderungen reagieren.

Reputation & Image

Sich zu Vielfalt bekennende Unternehmen werden von der Öffentlichkeit eher als attraktiver und fairer Arbeitgeber wahrgenommen. Auch mit Blick auf den Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte kann die strategisch verankerte Wertschätzung von Individualität imagefördernd sein. Die fortschreitende Globalisierung und Internationalisierung der Märkte sind weitere Gründe, weshalb Unternehmen sich personell entsprechend aufstellen müssen.

Besseres Betriebsklima

Die Wertschätzung des Einzelnen in seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen wirkt sich nicht nur positiv auf den Umgang miteinander aus, sondern steigert auch die Effektivität und Effizienz. Denn Mitarbeiter, die zufrieden und glücklich sind, verfügen über eine höhere intrinsische Motivation hinsichtlich ihrer Tätigkeit. Dies ist wichtig für die Mitarbeiterbindung.

Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung

Wenn sich Unternehmen mit Diversity Management beschäftigen, ist dies auch als Bekenntnis zu Gleichberechtigung und als Statement gegen Diskriminierung zu sehen. Dadurch wird das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz aktiv gelebt. Gleichzeitig werden die gesellschaftliche Realität und Vielfalt im eigenen Unternehmen abgebildet sowie aktiv Teilhabemöglichkeiten geschaffen.

Diversity Management in Unternehmen

Wie können sich Unternehmen für Vielfalt einsetzen?

Der wichtigste Treiber zur Implementierung von Diversity Management im Unternehmen ist immer das Senior Management. Nur wenn sich die Führungsebene (top-down) zu diesem Ansatz bekennt, kann es unternehmensweit auf Mitarbeiterebene (bottom-up) ernsthaft gelebt werden. Eine Möglichkeit für Unternehmen sich zu engagieren, bietet die sogenannte Charta der Vielfalt: Es handelt sich dabei um eine Arbeitgeberinitiative zur Förderung von Vielfalt in der Arbeitswelt. Mit einem Netzwerk von 3.000 Unternehmen und dem jährlich stattfindenden „Diversity-Tag“, hat sich die Charta seit Gründung im Jahr 2006 erfolgreich in Deutschland etabliert.

Diversity Management bei Assure Consulting

Und wie sieht es bei Assure Consulting aus?

Die Wertschätzung von Vielfalt und Individualität, ein respektvolles Miteinander sowie eine gesunde Work-Life-Balance sind zentrale Unternehmenswerte von Assure Consulting. Deswegen fördern wir das persönliche Engagement unserer Beraterinnen und Berater. So waren wir zuletzt auf dem Kongress eines Kooperationspartners mit einer Keynote zum Thema Diversity Management vertreten, um unsere Unternehmenswerte zu repräsentieren. Denn wir sind überzeugt, dass „Freundschaft statt Ellenbogen“ und „Stay and Grow“ die richtigen Unternehmenswerte für uns sind und bleiben – wir wollen nämlich auch weiterhin, dass sich 100 % unserer neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter willkommen fühlen.

 

Sara Genç
Consultant
Assure Consulting GmbH