Kongresstriathlon 2019: hohe Dynamik im Projektmanagement garantiert

Kongresstriathlon 2019: hohe Dynamik im Projektmanagement garantiert

„PM Forum“. „Manage Agile“. „Lean Kanban Central Europe“. Drei sehr spannende Events in der Projektmanagement-Welt, an denen unsere Kollegen Eric Marischka, Maximilian Helms und Hauke Losch in diesem Jahr teilgenommen haben. Insbesondere auf der Suche nach neuen Impulsen sowohl für die eigene Weiterbildung und Projektarbeit als auch nach generellen Adaptionsmöglichkeiten für Assure Consulting. Welche Trendentwicklungen und Anreize haben sie von den Veranstaltungen mitgebracht?

FOKUS AUF ZUKUNFTSORIENTIERTE METHODEN AUF DEM PM FORUM

Das PM Forum ist wohl einer der bekanntesten Fachkongresse und fand diesjährig taggenau zum 40. Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM) statt. Der anhaltende Trend zu agilen und hybriden Projektsettings spiegelte sich auch in diesem Jahr im Kongress-Programm und dem intensiven Austausch vor Ort wider. Im Zusammenhang mit zukunftsorientierten Methoden wurden insbesondere die Buzz-Words „Lean“ im Projektportfoliomanagement, „DevOps“ (DevOps steht für einen Prozessverbesserungsansatz, der die Komponenten „Development“ und „IT Operations“ umfasst) und „OKR“ („Objectives“ and „Key Results“), u.a. als Vorgehen zur Zielausrichtung, diskutiert.

PM-Forum 2019

MIT 9 FREMDEN MENSCHEN ÜBER DAS EIGENE SCHEITERN SPRECHEN

Ein weiteres Highlight war das Angebot von „Fuck-up“- Workshops. In diesem noch eher jungen Format geht es darum, Unternehmen eine gesunde Fehlerkultur näherzubringen. Die Akzeptanz von Fehlern kann in einem Unternehmen eine wichtige Rolle im Teambildungsprozess spielen und methodisch in „Lessons Learned“-Workshops angewendet werden. Direkt vor Ort wurde dieses Setting live verprobt, indem mit 9 fremden Menschen über das eigene und das Scheitern des jeweils anderen gesprochen wurde.

DIE WELT IST „VUCA“ UND SCHEITERN IST „AGILE” 

Auch bei der „Manage Agile“ war das Thema „Fehlerkultur“ sehr präsent. Zur Kultivierung des Scheiterns gehört es, die Möglichkeit und vor allem den Mut zu haben, Dinge einfach mal auszuprobieren. Strukturen und Rollen in Unternehmen entwickeln sich stetig und werden immer dynamischer (Stichwort VUCA - "Vision", "Understanding", "Clarity", "Agility"). Eine etablierte Fehlerkultur bietet hierfür viel Potential und fördert Veränderung und Innovation. Schließlich lebt auch agiles Arbeiten in jeglicher Form von einer hohen Fehlerakzeptanz. 

PM-Forum

PERSONAL MASTERY UND DER WEG DORTHIN

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Personal Mastery“? Personal Mastery beschreibt die Disziplin der Selbstführung und Persönlichkeitsentwicklung. Unternehmen und Projekte können hierzu einen Beitrag leisten, indem sie Individuen und reflexive Prozesse fördern. Gleichzeitig wird auf diese Weise das Denken außerhalb von Mustern – ohne dabei wichtigen Strukturen zu widersprechen – angeregt. 

 

KANBAN – NICHT NUR BOARDS, SONDERN EIN MANAGEMENTSYSTEM

Auf der Lean Kanban Central Europe (LKCE) in Hamburg wurde über das „Kanban Maturity Model“ referiert. Der "Erfinder" David J. Anderson höchstpersönlich stellte es in seiner Keynote-Präsentation vor. Das Kanban Maturity Model ist ein relativ neuer Ansatz zur Unternehmensorganisation. Ziel dieses Ansatzes ist, die Entwicklung von Fähigkeiten wie bspw. Agilität, Anpassungsfähigkeit und finanzielle Robustheit zu unterstützen. Der „Aha-Effekt“ des Vortrags: Kanban umfasst nicht nur die allseits bekannten Kanban-Boards, sondern will als ein Managementsystem verstanden werden, ähnlich wie bspw. SAFe (Scaled Agile Framework).

INCENTIVES GEGEN SILODENKEN 

Ein weiteres spannendes Thema auf der LKCE waren die vorgestellten Ansätze zum Abbau von Silodenken in Unternehmen hin zum Aufbau von Kooperation. Die besondere Herausforderung für Projektmanager liegt darin, Menschen, trotz teilweise widersprüchlicher Zielvorgaben, dazu zu bewegen, zusammenzuarbeiten. Auch wenn dieses Thema auf den ersten Blick ein „alter Schinken“ zu sein scheint, motivieren neue Ansätze zur Umsetzung im eigenen Projekteinsatz.
Auf der Veranstaltung wurde ein Beispiel aus der Mobilität angeführt: Hat ein Zug 5 Minuten Verspätung, wird er diese wahrscheinlich nicht mehr aufholen, weil jede nachfolgende Instanz das Verschulden nicht bei sich sieht und keinen Anreiz erhält, eine kürzere Standzeit zu fördern. Wird aber die Kooperation der Instanzen gefördert, bekommt diejenige Instanz, die den Zug zu spät hat abfahren lassen keinen Malus. Stattdessen bekommt das Personal am nächsten Bahnhof einen Bonus, weil es die Verspätung durch die verkürzte Standzeit wieder aufgeholt hat.

Die Teilnahme an den genannten Projektmanagement-Events leistet einen wichtigen Beitrag zu einem kontinuierlichen Wissensaufbau bei Assure Consulting und stellt sicher, dass wir immer „up to date“ sind. Unsere Kollegen haben in diesem Jahr wieder viele spannende, teils neue Impulse von den Veranstaltungen mitnehmen können. Wir freuen uns daher schon jetzt auf unseren Messe- und Konferenzterminplan für das kommende Jahr.

 

Elgin Ihloff
Consultant
Assure Consulting GmbH